Als er zur Sonne aufblickte, beschleunigte Beto (ein fiktiver Name) seinen ohnehin schon eiligen Schritt, als er sich dem Wald näherte. Er wusste, dass er sich beeilen müsste, wenn er es vor der Dunkelheit durch den Wald schaffen wollte. Es war bekannt, dass in den umliegenden Bergen große Wildkatzen umherstreiften, und es gab viele erschreckende Geschichten darüber, wie diese Katzen genau in diesem Wald Menschen angegriffen hatten!
Im kühlen Schatten des Waldes angekommen, hielt Beto gerade lange genug an, um aus dem Bach, der sich über den Fußweg schlängelte, einen erfrischenden Schluck Wasser zu nehmen.
Mehrere Stunden später, als er müde weiterging, bog Beto um eine Wegkehre und hielt abrupt an, weil er meinte, eine Bewegung in den Büschen vor sich gesehen zu haben. In der hereinbrechenden Dunkelheit beobachtete Beto, wie sich, keine dreißig Schritte vor ihm, die gefürchtete Bestie, vor der er solche Angst hatte, aus dem Gebüsch schlich und sich ihm zuwandte! Beto drehte sich um und floh um sein Leben! Als er die dumpfen Schritte der gewaltigen Pfoten der Wildkatze auf dem Waldboden hinter sich hörte, versuchte Beto, seine müden Beine noch schneller in Bewegung zu setzen. Plötzlich stolperte er, da er den Pfad im Dunkel des Waldes nicht klar sehen konnte, über eine Liane und fiel hilflos zu Boden. Bitterlich weinend kam Beto zu dem Schluss, dass es zwecklos sei, es weiter zu versuchen, also blieb er auf dem Boden liegen und wartete auf das Unvermeidliche. Während er wartete, meinte er zu hören, wie die Wildkatze näher kam, näher, immer näher…
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Fühlst du dich ein wenig wie Beto? Gibt es ein großes „Etwas“, das dir in deinem Leben Schmerzen zufügt und dem du zu entkommen versuchst? Vielleicht haben dich deine Freunde verlassen oder ein Bruder oder eine Schwester hat dich verleumdet. Vielleicht hat dich jemand, den du sehr geachtet hast, mit Füßen getreten, oder du erlebst schwierige Situationen in deiner Familie. Vielleicht erlebst du etwas Schmerzhaftes, von dem sonst niemand weiß, und die anderen sehen nur dein „lächelndes“ Äußeres, ohne je zu erkennen, welchen Schmerz du innerlich empfindest. Was auch immer du durchmachst, bist du wie Beto zu dem Schluss gekommen, dass es sinnlos ist, weiterzumachen?
Manchmal erleben wir schmerzhafte Situationen, die uns dazu bringen, aufgeben zu wollen. Wir hassen von Natur aus Schmerzen und tun unser Bestes, ihnen auszuweichen. Dennoch begegnen uns manche dieser harten Dinge des Lebens. Wir wollen keine Haltung des Selbstmitleids hegen und mit einer „Ich bin ein Opfer“-Mentalität durchs Leben gehen. Es wäre jedoch töricht anzunehmen, es gebe so etwas wie ein Opfer nicht. Manchmal begehen Menschen Sünden gegeneinander. Es gibt Zeiten, in denen wir Opfer von Umständen werden, über die wir keine Kontrolle haben.
Solche Situationen sind schmerzhaft und verwirrend und bringen uns manchmal dazu, verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Wie kommen wir von dem Gefühl, arme Opfer zu sein, dazu, …mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat – Römer 8:37 zu sein?
Sehen wir uns ein paar Dinge an, die wir verstehen müssen, wenn wir diese Kämpfe überwinden und geistlich weiter gedeihen wollen…
…Unvorbehaltliche Hingabe
Wir müssen die Bedeutung der unvorbehaltlichen Hingabe an den Herrn Jesus Christus verstehen. Das bedeutet, dass wir bereit sind, Ihm für den Rest unseres Lebens zu dienen, egal was es kostet. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir im Leben Schwierigkeiten begegnen werden (1. Petrus 4:12,13). Christsein bedeutet nicht ein Leben ohne Prüfungen. Das Leben als Christ bringt tatsächlich oft eigene Härten mit sich. Warum lehrt Jesus dann, dass Sein Joch sanft und Seine Last leicht sei? — …Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht – Matthäus 11:28-30. Die Antwort… Weil Er bereit ist, uns zu helfen, unsere Lasten zu tragen; wir müssen es nicht allein tun! Wenn wir nur in guten Zeiten bereit sind, dem Herrn zu dienen, werden wir bald aufgeben wollen, wenn uns Not begegnet.
…Vergebung
In der Regel sind bei schwierigen Situationen andere Menschen in gewisser Weise beteiligt. Manchmal fallen hitzige Worte, oder böse Taten werden begangen, und Menschen verletzen einander. Wenn uns Unrecht geschieht, wissen wir, dass wir der Person, die uns Unrecht getan hat, vergeben sollten, doch wir zögern, weil wir eigentlich möchten, dass Gerechtigkeit geschieht. Wir fürchten, dass wir, wenn wir der anderen Person vergeben, sie freilassen, bevor sie merkt, wie sehr sie im Unrecht war, und so entscheiden wir uns, nicht zu vergeben!
Nicht zu vergeben führt immer zur Verbitterung; Verbitterung fesselt uns immer. Immer! Verbitterung bringt oft eine Vielzahl anderer Sünden mit sich und verursacht viel Not für uns und andere. (Hebräer 12:14-17) Wenn wir jedoch beschließen, anderen zu vergeben, wird Gott auch uns vergeben (Markus 11:25,26) und uns von dem schrecklichen Durcheinander befreien, das Verbitterung in unserem Leben schafft. Wir müssen uns nicht länger darum sorgen, denjenigen, der uns Unrecht getan hat, gefangen zu halten. Schließlich ist er oder sie nicht an uns gebunden. Wir können nicht entscheiden, ob er oder sie freigesetzt wird oder nicht. Nur der Herr hat die Macht, jemanden frei zu machen.
Wir müssen verstehen, was Vergebung ist, sonst werden wir uns fragen, ob wir wirklich vergeben haben. Im Folgenden drei Punkte, die uns helfen, zu verstehen, was Vergebung wirklich bedeutet:
1. Nimm es an
Manchmal stehen wir Schwierigkeiten gegenüber, weil wir selbst Entscheidungen getroffen haben, und manchmal wegen der Entscheidungen anderer Menschen. Wenn andere Menschen Entscheidungen treffen, die in unserem Leben Schmerz verursachen, fällt es uns schwer, das anzunehmen. Wir können versuchen, diesen Schmerz zu bekämpfen, um ihn aus unserem Leben zu entfernen, oder wir versuchen, vor ihm davonzulaufen, um seiner schrecklichen Wirklichkeit zu entkommen. Wir setzen vielleicht eine „harte“ Fassade auf, um andere glauben zu lassen, es sei gar nicht so schlimm, obwohl es in Wirklichkeit einfach weh tut! Obwohl diese Reaktionen natürlich sind, finden wir keine Erleichterung, bis wir dazu gekommen sind, die Situation anzunehmen. Es anzunehmen bedeutet nicht, nichts dagegen zu tun, sondern zu erkennen, dass Gott manchmal schmerzhafte Situationen im Leben zulässt, um uns wachsen zu lassen. (Jakobus 1:2-4) Es bedeutet, dem Herrn zu vertrauen, anstatt zu versuchen, die Dinge selbst zu ergründen. (Sprüche 3:4,5) Es bedeutet auch, zuzugeben, dass wir verletzt wurden und dass wir Gottes Hilfe zur Heilung brauchen.
2. Lass es los
Was ist der schnellste Weg, etwas loszuwerden, das man nicht mehr haben will? Es weggeben! Genau das müssen wir mit den schmerzhaften Lasten tun, die wir manchmal zu tragen haben. Gib sie Gott. (1. Petrus 5:6,7) Es ist sehr wichtig, wenn wir unsere Lasten Gott geben, dass wir sie dort lassen. Wir würden uns sehr töricht fühlen, eine Ladung Müll zur Mülldeponie zu bringen und dann umzukehren und alles wieder mit nach Hause zu nehmen, ohne es abzuladen! Keiner von uns würde so etwas in Erwägung ziehen. Doch wenn wir eine Last zum Herrn bringen, vollziehen wir manchmal ein förmliches Ritual, indem wir Gott davon erzählen, aber sie niemals wirklich loslassen.
Wie lässt man etwas los, das so sehr ein Teil von einem geworden ist und so schmerzhaft ist, dass man an kaum etwas anderes denken kann? Ein guter Anfang ist, einen gefestigten Gläubigen zu finden, mit dem man ungezwungen sprechen und über die Sache reden kann. Noch wichtiger ist es, mit Gott darüber zu reden. (Hebräer 4:14-16) Es spielt keine Rolle, ob du einen Ort findest, um allein mit Gott zu sein, oder ob du jemanden findest, der mit dir betet. Wichtig ist, einen Ort zu finden, an dem du auf die Knie gehen und dem Herrn genau sagen kannst, wie du dich fühlst. Du kannst Ihm sagen, dass du dich ungerecht behandelt fühlst. Du kannst Ihm alles über den Schmerz, die Verwirrung und die Gefühle von Hass und Rache erzählen, die du empfindest. Sage Gott ausdrücklich, dass du dich entscheidest, demjenigen zu vergeben, der dir Unrecht getan hat. Sei konkret, nenne seinen Namen und konkrete Situationen. Das kann sehr schmerzhaft sein, weil es Erinnerungen an schwierige Situationen wieder wachruft. Es ist eine Zeit der Selbsterforschung, der Vergebung und des Loslassens. Bleibe auf den Knien, bis du inneren Frieden über die Situation gefunden hast. Es ist egal, wie lange es dauert, solange du diese schreckliche Last loswirst – versuche, nicht auf die Zeit zu achten. Sei versichert, dass Gott niemals einen Hilferuf ignoriert! (1. Petrus 3:12)
3. Liebe deine Feinde
Jesus gebietet uns, unsere Feinde zu lieben. (Matthäus 5:43-48) Wenn wir vergeben haben, werden wir denjenigen, der uns Unrecht getan hat, aufrichtig so lieben, wie Gott ihn liebt. Nach menschlichem Ermessen ist das nicht möglich. Es ist das Wunder eines veränderten Herzens, das uns dazu bringt, jemanden zu lieben, den wir einst gehasst haben.
…Bete den Herrn an
Oft ist uns mitten in einer Prüfung nicht danach zumute, den Herrn anzubeten, aber warum sollten wir aufhören, Ihn anzubeten, wenn wir Ihn am meisten brauchen? (Philipper 4:4-7) Wir sollten wenigstens an einige Dinge denken, für die wir dankbar sein können, und dann Gott dafür danken. In Apostelgeschichte 16 lesen wir einen Bericht über Paulus und Silas, die in Philippi predigten. Nachdem sie ein von einem Dämon besessenes Mädchen geheilt hatten, wurden sie von den örtlichen Behörden schwer geschlagen, mit den Füßen in einen Stock gespannt und ins Gefängnis gesperrt. Ihre Lage muss ihnen gewiss hoffnungslos erschienen sein. Sie hatten Schmerzen, sie konnten sich nicht bewegen, und es war Nacht. Es fühlte sich wohl wie eine dunkle Zeit in ihrem Leben an. Trotz all dem beteten sie und sangen Loblieder zu Gott! Sie lebten in unvorbehaltlicher Hingabe an einen Gott, den sie liebten und dem sie vertrauten. Am Ende beschloss Gott, sie auf wunderbare Weise zu befreien.
Gott inmitten von Prüfungen zu preisen ist nur möglich, wenn Christus in unserem Leben herrscht.
…Geh voran
Wenn wir Schwierigkeiten erleben, gibt es immer Dinge, die wir lernen können. Wir lernen die Bedeutung vollständiger Abhängigkeit von und unbedingter Hingabe an den Herrn. Wir erfahren auf persönlicher Ebene den Trost Gottes und sind gerufen, uns mit diesem Trost anderen bedrängten Seelen zuzuwenden. (2. Korinther 1:1-7)
Liebe Freunde, denkt daran: Wenn die Sorgen des Lebens euch das nächste Mal das Gefühl geben, aufgeben zu wollen, bringt eure Last zum Herrn, legt alles in Seine Hände und lasst es los!



