Christliche Liebesgrüße an jeden Einzelnen. Wieder ist ein Jahr vergangen, und ein weiteres liegt vor uns, das wir durchschreiten müssen. Wie sehen wir die Dinge? Sprudeln Hoffnung und Freude in unseren Herzen, oder scheint die Zukunft voller Finsternis und Unheil? Sehen wir Gottes souveräne Hand in den Situationen und Umständen um uns herum wirken, oder scheint die Welt von unserem Standpunkt aus außer Kontrolle zu sein?
Wenn ich mit Menschen aus dem ganzen Land spreche, scheint es ein gemeinsames Problem zu geben, mit dem viele zu kämpfen haben – Erschöpfung. Müde von Verordnungen. Müde von Lockdowns. Müde von all dem Gezänk und Streit, der die Covid-Frage begleitet hat. Müde von …
Es scheint, dass viele Menschen einfach „nicht darüber nachdenken wollen“. Warum? Ich bin mir wirklich nicht sicher, was die Gründe dafür sind, aber ich bin sicher, dass jeder einen hat. Denken wir daran, dass Gott möchte, dass wir …klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben seien – Matthäus 10,16.
Hier in den Vereinigten Staaten von Amerika haben Christen über 60 Jahre lang (seit dem Zweiten Weltkrieg) relative Ruhe und Frieden erlebt. Im Großen und Ganzen hat man uns in Ruhe gelassen, unsere Familien großzuziehen und den Gott unserer Väter unserem Gewissen gemäß anzubeten. Wir haben die Trennung von Kirche und Staat genossen, die zu Beginn der Existenz unseres Landes eingeführt wurde. Wir konnten mit unseren Händen arbeiten und unseren Lebensunterhalt verdienen. Viele von uns haben im Überfluss gelebt.
Vielleicht lebten wir in einer künstlichen Blase. Vielleicht sind wir in ein falsches Gefühl der Sicherheit eingelullt worden. Wie sieht es mit unseren Glaubensgeschwistern in Ländern auf der ganzen Welt aus – wie ist ihre Wirklichkeit, als wahre Christen in ihrer Welt zu leben? Gewiss konnten wir unseren Wohlstand und unsere Bewegungsfreiheit nutzen, um viel Gutes für den Rest der Welt zu tun, dessen Menschen wegen ihrer Nachfolge Christi große Not erduldet haben. Doch um welchen Preis? Was haben unsere Kinder gelernt?
Manchmal hören wir von Christen der ersten Generation, die für ihren Herrn „Feuer und Flamme“ sind. Manchmal so sehr, dass Christen der zweiten und dritten Generation meinen, Christen der ersten Generation seien bei ihren Bemühungen, die Menschen um sie herum zu evangelisieren, vielleicht etwas zu eifrig.
Wie steht es um die nächste Generation? Sie lernt von irgendjemandem – über Gott, sich selbst und das Leben. Was lernt sie? Und von wem lernt sie? Wir müssen genau hinsehen und sicherstellen, dass unsere Kinder die Lektionen des Lebens so lernen, dass sie darauf vorbereitet sind, sich der Wirklichkeit der kommenden Dinge zu stellen.
Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Welt sein? Jesus antwortete ihnen: Seht zu, dass euch niemand verführt. Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen – Matthäus 24,3–5.
Denken wir daran: Hier spricht Jesus selbst zu seinen Nachfolgern über das Ende der Welt. Seine allererste Sorge ist, dass wir uns NICHT verführen lassen. Er sagt, dass Verführung das Hauptproblem im Zusammenhang mit dem Ende der Zeit sein wird. Er sagt, dass viele kommen und behaupten werden, Christus zu sein [oder seine unmittelbaren Sprecher], um sich Gehör zu verschaffen – alles mit dem Ziel, die Zuhörer zu verführen und Anhänger zu gewinnen.
Wenn nicht schon zuvor, dann müssen wir unseren Kindern ganz bestimmte Dinge durch Worte und Taten lehren. Dass wir auf unserer Reise durch dieses Leben Fremdlinge und Pilger sein sollen. Dass Gott unser Feind sein wird, wenn wir Freunde dieser Welt sind. Und dass Jesu Reich nicht von dieser Welt ist; deshalb müssen seine Kinder lernen, als Gesandte in einem fremden Land zu leben. Unsere Kinder müssen wissen, dass ALLE, die in Christus Jesus gottesfürchtig leben, Verfolgung erleiden WERDEN.
Viele der Lehren, die in unseren Gemeinden und bei Veranstaltungen para-kirchlicher Organisationen vermittelt wurden, haben die nächste Generation der Kirche schwer beeinträchtigt. Uns wurde gelehrt, dass wir „die Kraft seiner Auferstehung“ haben können, ohne an der „Gemeinschaft seiner Leiden“ teilhaben zu müssen. Ein leidender Christus mit leidenden Nachfolgern ist zugunsten der Nachfolge eines Jesus verworfen worden, der nicht zulassen wird, dass dir irgendetwas Schlimmes zustößt. Während großes Gewicht auf einen Jesus gelegt wird, der für dich gelitten hat und gestorben ist, gibt es kaum oder gar keine Lehre über die Notwendigkeit, „täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen“ und ihm nachzufolgen.
Psychische Gesundheit und emotionale Stabilität
Vor einigen Jahren stieß ich auf die Geschichte eines Soldaten, der nach einem Einsatz im Irak mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen hatte. Gewiss glaube ich, dass eine posttraumatische Belastungsstörung real ist und dass auch die damit verbundenen Kämpfe real sind; doch als ich die Geschichte dieses Mannes las, wuchs in mir zunehmend die Frustration darüber, dass einem schwer leidenden jungen Mann keine Antworten gegeben wurden. Einige seiner tiefsten Kämpfe rührten von den Erinnerungsbildern her, die ihn überkamen und in denen er sah, wie er persönlich mehrere Feinde getötet hatte. Ganz gleich, wie viele Beratungsgespräche er wahrnahm, er konnte einfach nicht zu innerem Frieden und Ruhe finden. Sein Geist war beunruhigt. Er hatte Schlafprobleme. Er hatte Schwierigkeiten, mit anderen auszukommen.
Ich musste denken: „Wenn sich doch nur jemand diesem jungen Mann zuwenden und ihm das Evangelium von Jesus Christus mitteilen könnte. Wenn ihm doch nur die Wahrheit aus Gottes Wort gezeigt werden könnte, dass es in Gottes Augen Sünde ist, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen (selbst wenn er der Feind ist), und dass Gott ihm keinen Frieden im Herzen geben wird, bis diese Sache bereinigt ist. Und wie wunderbar wäre es, wenn er zu Gott nach den Bedingungen der Bibel käme und seine Sünde bereute; dann könnte er anfangen, mit Gott zu gehen, und Gott könnte ihm Frieden für seine unruhige Seele schenken.“
In den vergangenen Jahren gab es hier in den Vereinigten Staaten zahlreiche Amokschießereien. Jedes Mal halten die Amtsträger Pressekonferenzen ab und teilen ihre Gedanken mit, um zu versuchen, ein weiteres scheinbar unerklärliches tragisches Ereignis zu verstehen. Meist dauert es nicht lange, bis jemand über psychische Gesundheit und die Notwendigkeit spricht, die öffentlichen Bemühungen zu verstärken, Sicherheitsnetze, Untersuchungen sowie bessere und mehr Behandlungsmöglichkeiten bereitzustellen, um dieser sinnlosen Gewalt Einhalt zu gebieten.
Vor einigen Wochen ereignete sich in einem anderen Bundesstaat als dem, in dem ich lebe, ein schreckliches, tragisches Ereignis. In einer der Großstädte stieß ein Mann eine Frau vom Bahnsteig auf die Gleise vor einen herannahenden U-Bahn-Zug. Sie überlebte nicht. Nach einem so entsetzlichen Vorfall wandten sich die Amtsträger mit Erklärungen an die Öffentlichkeit, um mögliche öffentliche Ängste einzudämmen. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Mann emotional schwer belastet gewesen sein müsse, und kündigten an, ihre Bemühungen verstärken zu wollen, ein Sicherheitsnetz für Menschen mit psychischen Problemen bereitzustellen, damit so etwas nicht wieder geschehe.
Gewiss scheint es sinnvoll, wenn wir die Frage mit den Augen der Welt betrachten. Aber ist das alles? Haben wir Christen uns so sehr an die Wege der Welt gewöhnt, dass wir vergessen, wie weit sie von der Wahrheit des Wortes Gottes abgeirrt ist?
Lasst uns nicht mit dem Finger auf die Welt und die gewählten Amtsträger zeigen. Sind wir als Gemeinde besser? Wie gut kennen wir unsere Bibel? Wie gut kennen wir unseren Erlöser? Wenn jemand zu uns kommt und inneren Frieden und Ruhe sucht, wissen wir dann, wie wir ihn zu den Schriften führen und ihn zu Jesus leiten können, der ihm dann den Weg zum Vater zeigen kann?
Warum sage ich all das? Wenn wir der nächsten Generation der Kirche weiterhin künstliche Antworten und vorübergehende Lösungen für die Probleme des Lebens bieten, dann wird sie NICHT darauf vorbereitet sein, …bis ans Ende auszuharren… – Matthäus 24,13.
Und er sprach zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten – Lukas 9,23–24.



